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Linderung für ein lebenslanges Problem Subhead:

Neu gegründetes Lymphnetz sorgt in der Region für eine bessere Versorgung bei Lympherkrankungen 

Menschen, die an einer Störung des Lymphsystem erkranken, leiden meist ein Leben lang an den oft unübersehbaren Folgen: Dicke und geschwollene Arme oder Beine. Bisher gelten diese Erkrankungen als unheilbar und oft wurden die Therapien nicht konsequent und nachhaltig angesetzt. Jetzt gibt es gute Nachrichten für die Betroffenen von Lympherkrankungen in der Region. Ein Netzwerk aus Therapeuten, Medizinern und einem Sanitätshaus wird in Zukunft die Therapien so eng aufeinander abstimmen, dass eine deutliche Linderung der Leiden möglich wird.

Die Ursachen für Lymphödeme sind vielfältiger Natur. Erbliche Anlagen spielen ebenso eine Rolle wie postoperative Folgen, Knochenbrüche oder Quetschungen und Entzündungen. Für alle gilt: Sind die Lymphgefäße erst verletzt, gibt es bisher keine Chance auf Heilung. Der Schwerpunkt der medizinischen Arbeit liegt damit eher in der Vermeidung von früher häufigeren postoperativen Lymphproblemen wie z.B. bei Brustkrebsoperationen.

„Mit einer vernetzten und damit aufeinander abgestimmten Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) können wir in Zukunft durch unser neues Lymphnetz die Folgen der Erkrankungen in den meisten Fällen deutlich besser lindern,“ erklärt der Initiator des neuen Netzwerkes, Bernd Schmid vom Sanitätshaus Weinmann, die Motivation der Beteiligten. Ziel des Lymphnetzes ist es, die Therapie und Betreuung von Patienten zu koordinieren und zu lenken, um sie so zu einem optimalen Erfolg zu führen. „Wir wollen die Lebensqualität der Betroffenen so schnell wie möglich verbessern und damit auch die Therapiekosten senken,“ erklärt Jörg Weinmann, vom gleichnamigen Sanitätshaus im neuen Geislinger Gesundheitscentrum.

Zum Lymphnetz Geislingen gehören neben dem Sanitätshaus Weinmann die Physiotherapiepraxen Strobel, Hagmann, Neubauer, Wittlinger, Respofit, Kistenmacher aus Geislingen sowie die Praxis Fezer aus Kuchen.

Bei der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie kommt den fein aufeinander abgestimmten Therapieschritten besondere Bedeutung zu. Während Lmphdrainagen das Gewebe entstauen, verhindern perfekt angepasste Kompressionsstrümpfe die erneute Ansammlung von Flüssigkeit, gezielte Gymnastik fördert den Stoffwechsel und die Rückstromförderung der Flüssigkeit. Werden diese Maßnahmen optimal mit einander verbunden, kann es zu einer erheblichen Linderung der Beschwerden kommen.

„ Wir verstehen uns als Netzwerk zum Wohle des Patienten,“ erläutert die Physiotherapeutin Martin Wittlinger „und deshalb sind wir für neue und weitere Mitglieder immer offen. Wir wollen von unseren gegenseitigen Qualifikationen lernen, unsere Erfahrungen austauschen und uns und Interessierte fortbilden“. Als nächstes ist ein gemeinsamer Bandagierkurs geplant. Aber auch das bei diesen Erkrankungen so wichtige Thema Hautpflege steht demnächst auf dem Programm des neuen Lymphnetzes für die Region Geislingen – zur Linderung eines lebenslangen Leidens.